Eine feste Tradition beim Pornfilmfestival Berlin ist der internationale Kurzfilmwettbewerb, in dem auch dieses Jahr der beste Beitrag von einer internationalen Jury prämiert wird. Der Preis ist mit 500 € dotiert.
Amber Bemak, Boston
Amber Bemak ist Filmemacherin, Künstlerin und Educatorin. Ihre Arbeit basiert auf Experimental- und Dokumentarfilmen und umfasst auch Performancekunst und kuratorische Praxis. Sie hat als Co-Regisseurin zwei Dokumentarfilme über den tibetischen Buddhismus inszeniert und produziert sowie 15 kurze Experimental- und Dokumentarfilme gedreht, die auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt wurden. Ihre Arbeit stützt sich auf filmische Praxis, eine Pädagogik der Repräsentationsethik, queere Theorie und gelebte Erfahrung, das Engagement für eine globale Perspektive in allen Bereichen sowie buddhistische philosophische Bezugssysteme und Kulturen. Sie hat Filmtheorie und -praxis in Indien, Nepal, Kenia, Mexiko und den Vereinigten Staaten unterrichtet.
Cheryl Dunye, San Francisco
Cheryl Dunye ist eine weltbekannte afroamerikanische Regisseurin, Autorin und Schauspielerin. Anfang der 90er Jahre wurde sie als Mitglied der „Queer New Wave“ junger Filmemacher*innen bekannt. Ihr erster Spielfilm „The Watermelon Woman“ gewann 1996 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin den Teddy Award für den besten Spielfilm. Ihre Filme „Stranger Inside“, „My Baby’s Daddy“, „The Owls“ und „Mommy Is Coming“ waren auf internationalen Festivals zu sehen und brachten ihr eine neue Generation von Fans. Zuletzt begann sie eine neue Karrierephase als Regisseurin für episodisches Fernsehen und arbeitete an populären Serien wie „Dear White People“ für HBO. 2015 wurde ihr preisgekrönter Kurzfilm „Black Is Blue“ von IndieWire zu einem von fünf „Must See Feminist Films“ gewählt. Im Jahr 2019 gründete sie ihre in Oakland ansässige Produktionsfirma Jingletown Films, die zwei Serien entwickelt.
Nadia Granados, Bogota
Ihre künstlerische Praxis wirft Fragen nach den Manipulationsstrategien auf, die hinter den verschiedenen in den Massenmedien zirkulierenden Repräsentationssystemen stehen (Nachrichten, politische Kampagnen, audiovisuelle Reden über romantische Liebe, Werbung, Narco-Soaps…) und formuliert eine direkte Kritik an diesen Strukturen symbolischer Macht. Seine Arbeit ist sowohl performativ als auch technologisch, er schafft Performances für verschiedene Formen öffentlicher Szenarien wie Web, Kabarett, Galerien oder die Straße, wobei er Ressourcen der Gender-Performativität und Kommunikationsguerilla einsetzt. Seit 2015 Leitung kollektiver Laboratorien des Multimedia Political Cabarets mit Gruppen von Künstler*innen und Aktivist*innen aus trans-feministischer Perspektive. Dort wird Performance als alternatives Kommunikationsinstrument verstanden, in dem der Körper als Protagonistin dient.